Wie kann ich den Wert einer Immobilie berechnen?

Du möchtest deine erste Immobilie als Kapitalanlage kaufen und Vermieter werden? Glückwunsch! Da du nicht zu teuer einkaufen möchtest, fragst du dich nun vermutlich: Wie kann ich den Wert einer Immobilie berechnen?
Den Wert einer Immobilie für dich als Investor kannst du auf zwei Arten ermitteln: offizielle Methoden wie das Ertragswertverfahren oder das Vergleichswertverfahren, oder pragmatische Methoden wie den maximalen Kaufpreisfaktor oder eine Cashflow-Berechnung.
Wie du an der Fülle der Berechnungsmethoden zur Wertermittlung siehst, gibt es bei Immobilien, anders als bei etwa Aktien, nicht den Wert einer Immobilie.
Wichtig ist es auch gleich vorweg zu sagen, dass der Wert einer Immobilie immer etwas sehr Subjektives ist. Einen objektiv fairen Kaufpreis gibt es nicht. Dieser muss immer zwischen dir und dem Verkäufer verhandelt werden.
In diesem Artikel möchte ich dir trotzdem verschiedene Methoden, um den Wert von Immobilien zu ermitteln, an die Hand geben, sodass du für dich den richtigen Kaufpreis ermitteln kannst.
Schlüsselfakten auf einen Blick
- Das Ertragswertverfahren berechnet den Immobilienwert anhand der Mieteinnahmen – ideal für Investoren.
- Das Vergleichswertverfahren eignet sich, wenn vergleichbare Objekte am Markt verfügbar sind.
- Mit einem persönlichen Bruttorenditeziel kannst du dir einen Rechenpreis herleiten. Das ist etwas anderes als ein Markt- oder Verkehrswert: Du legst fest, welches Verhältnis zwischen den angesetzten Einnahmen und dem reinen Kaufpreis du untersuchen möchtest.
- Du kannst (und solltest!) auch eigene Kriterien zur Wertermittlung einer Immobilie für dich festlegen – z.B. Cashflow oder deine persönlichen Renditeziele.
Das solltest du wissen: FAQs
Die wichtigsten und häufigsten FAQs zum Thema als schneller Frage-Antwort-Block:
Übersichts-Vergleich der Bewertungsmethoden für Immobilien
Um die verschiedenen Methoden zur Wertermittlung von Immobilien besser zu verstehen, lass’ uns einen Blick auf die drei gängigsten Verfahren werfen:
Ertragswertverfahren: Dieses Verfahren wird hauptsächlich für Mietobjekte verwendet und berücksichtigt das zukünftige Ertragspotenzial einer Immobilie. Es ist sehr genau, aber auch komplex und zeitaufwendig in der Anwendung.
Vergleichswertverfahren: Hierbei wird der Wert einer Immobilie durch den Vergleich mit ähnlichen Objekten ermittelt. Es ist weniger komplex als das Ertragswertverfahren und eignet sich besonders gut, wenn ausreichend Vergleichsobjekte verfügbar sind.
Kaufpreisfaktor: Eine einfache und schnelle Methode zur Einschätzung des Immobilienwerts, basierend auf dem Verhältnis von Kaufpreis zu Mieteinnahmen. Obwohl es weniger genau ist und nicht alle Faktoren berücksichtigt, bietet es eine schnelle Orientierungshilfe.
Das folgende Diagramm vergleicht diese drei Bewertungsmethoden anhand der Kriterien Komplexität, Genauigkeit, Zeitaufwand und Anwendbarkeit:
Die Werte von 0 bis 5 geben die redaktionelle Einordnung dieses Artikels wieder. Sie sind keine Messwerte und keine Zusage einer bestimmten Bewertungsgenauigkeit. Bei Komplexität und Zeitaufwand steht ein höherer Wert für mehr Aufwand.
- Ertragswertverfahren: 5 / 5 / 5 / 4
- Vergleichswertverfahren: 3 / 4 / 3 / 3
- Kaufpreisfaktor: 1 / 2 / 1 / 5
Reihenfolge der Werte: Komplexität, Genauigkeit, Zeitaufwand, Anwendbarkeit.
Einzelwerte und Erläuterungen
Ertragswertverfahren
- Komplexität: 5
- Sehr komplex, da viele Faktoren berücksichtigt werden müssen.
- Genauigkeit: 5
- Die Aussagekraft hängt von belastbaren Annahmen zu Miete, Kosten, Bodenwert, Liegenschaftszins und Restnutzungsdauer ab. Eine detaillierte Rechnung allein garantiert keinen zutreffenden Marktwert.
- Zeitaufwand: 5
- Zeitaufwendig wegen der detaillierten Berechnungen.
- Anwendbarkeit: 4
- Im Artikel für vermietete Objekte eingeordnet. Welche Methode zu deinem Objekt passt, hängt von Objektart, Datenlage und Markt ab.
Vergleichswertverfahren
- Komplexität: 3
- Mittlere Komplexität, da Vergleichsdaten benötigt werden.
- Genauigkeit: 4
- Die Aussagekraft hängt davon ab, wie gut die Vergleichsfälle zur Immobilie passen und wie belastbar die zugrunde liegenden Kaufpreise sind.
- Zeitaufwand: 3
- Mittlerer Zeitaufwand für die Datensammlung.
- Anwendbarkeit: 3
- Funktioniert, wenn Vergleichsobjekte verfügbar sind.
Kaufpreisfaktor
- Komplexität: 1
- Einfach anzuwenden, schnelle Berechnung.
- Genauigkeit: 2
- Weniger genau, da es ein vereinfachtes Modell ist.
- Zeitaufwand: 1
- Sehr schnell durchführbar.
- Anwendbarkeit: 5
- Für eine erste Einordnung vermieteter Objekte mit bekanntem Mietansatz. Kosten, Zustand und individuelle Risiken bildet der Faktor allein nicht ab.
Nach diesem groben Überblick lass’ uns als nächstes näher auf die einzelnen Verfahren eingehen:
Wertermittlung nach dem Ertragswertverfahren

Der wissenschaftlichste, aber auch der komplizierteste und aufwendigste Ansatz, den Wert einer Immobilie zu berechnen, ist das Ertragswertverfahren.
Die Wertermittlung nach dem Ertragswertverfahren ist jedoch besonders interessant für Immobilien-Investoren. Denn hier wird der Wert der Immobilie wirklich nach ihrem Ertragswert bewertet – also dem, was sie für dich als Investor abwirft.
Das Ertragswertverfahren wird oft auch von Gutachtern verwendet, um den Wert von Immobilien bei Zwangsversteigerungen zu ermitteln.
Wie berechne ich den Wert einer Immobilie mit dem Ertragswertverfahren?

Die Grundlage des Ertragswertverfahrens ist der Netto-Mietzins, den die Immobilie im Hier und Jetzt abwirft.
Sehr vereinfacht gesagt, prüft ein Gutachter beim Ertragswertverfahren im ersten Schritt, wie hoch die “Verzinsung” von vergleichbaren Anlageobjekten in ähnlichen Wohnlagen ist.
Im zweiten Schritt berechnet er dann aufgrund der “marktüblichen Verzinsung” und den aktuell durch die Wohnung generierten realen Mieteinnahmen (also nach Abzug aller Kosten) den Wert der Immobilie.
Im letzten Schritt fließen dann noch der Wert des Grundstückes und die wirtschaftliche Restnutzungsdauer der Immobilie in die Berechnung ein.
Wie du am Schaubild und den verschiedenen Einflussfaktoren sehen kannst, handelt es sich hierbei also um ein sehr kompliziertes Verfahren, um den Wert einer Immobilie zu ermitteln.
Willst du mehr über das Ertragswertverfahren, und wie du es für die Wertermittlung einer Immobilie verwenden kannst, erfahren? Dann empfehle ich dir den Artikel “Was ist das Ertragswertverfahren und wie hilft es mir den Wert von Immobilien zu berechnen?” hier auf Immoprentice.
Wertermittlung nach dem Vergleichswertverfahren

Die zweite Möglichkeit, den Wert einer Immobilie zu berechnen, ist das Vergleichswertverfahren.
Ähnlich wie das Ertragswertverfahren wird auch das Vergleichswertverfahren oft von Gutachtern, zum Beispiel im Rahmen der Wertermittlung einer Immobilie für eine Zwangsversteigerung, verwendet.
Das Vergleichswertverfahren kannst du insbesondere für Eigentumswohnungen in sehr liquiden Märkten verwenden, da du hier sehr leicht vergleichbare Objekte finden kannst.
Wie berechne ich den Wert einer Immobilie mit dem Vergleichswertverfahren?

Beim Vergleichswertverfahren nimmt ein Gutachter im ersten Schritt die wichtigsten Eckdaten einer Immobilie oder Wohnung auf. Im zweiten Schritt prüft er dann, für welche Preise ähnliche Objekte in letzter Zeit verkauft wurden.
Schauen wir uns den Prozess am Beispiel einer 70qm 3-Zimmerwohnung im Zentrum von München an. Soll ein Gutachter den Wert dieser Wohnung nach dem Vergleichswertverfahren ermitteln, muss er recherchieren, für welche Preise vergleichbare 65-75qm Wohnung mit 3 Zimmern im Zentrum von München im letzten Jahr verkauft wurden.
Hat die zu bewertende Wohnung besondere Positiv- oder Negativmerkmale, werden diese entsprechend berücksichtigt. Haben alle Vergleichswohnungen etwa einen Balkon, deine aber nicht? Dann prüft der Gutachter, welcher Aufpreis für eine Wohnung mit Balkon gegenüber einer Wohnung ohne Balkon gezahlt wird. Diesen Abschlag verrechnet er dann entsprechend bei der Bewertung der Wohnung ohne Balkon.

Die Genauigkeit dieses Verfahrens steht und fällt mit der Vergleichbarkeit der Wohnungen. So ist eine Wohnung im Erdgeschoss etwa weniger wert als eine Wohnung im 10. Stock mit Blick in die Berge.
Genau sowenig ist eine Wohnung direkt neben den Bahngleisen mit einer Wohnung in einer ruhigen Seitenstraße vergleichbar.
Gibt es im Markt nur sehr wenige oder sehr schlecht vergleichbare Wohnungen? Dann solltest du auf ein anderes Verfahren als das Vergleichswertverfahren ausweichen, um den Wert einer Wohnung zu ermitteln.
Für das Vergleichswertverfahren ist ein großer Pool an vergleichbaren Immobilien essenziell. Es wird daher meist für Eigentumswohnungen angewendet. Der Grund: diese sind — anders als Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser — sehr ähnlich und man kann gut Vergleichsobjekte finden.
Wertermittlung anhand des maximalen Kaufpreisfaktors

Mit einem persönlichen Bruttorenditeziel kannst du dir einen Rechenpreis herleiten. Das ist etwas anderes als ein Markt- oder Verkehrswert: Du legst fest, welches Verhältnis zwischen den angesetzten Einnahmen und dem reinen Kaufpreis du untersuchen möchtest.
Beispiel: 1.000 € Nettokaltmiete im Monat ergeben 12.000 € im Jahr. Bei einem selbst gewählten Ziel von 5 % kommt die Rechnung auf 240.000 €. Ein Ziel von 4 % ergäbe 300.000 €. Beide Ergebnisse beruhen auf derselben Miete und unterschiedlichen persönlichen Annahmen.

Möchtest du herausfinden, was der durchschnittliche Kaufpreis für Immobilien in deiner Region ist? Dann schaue unbedingt einmal beim Artikel “Die 7 wichtigsten Tools für Immobilien-Investoren” vorbei. Dort stelle ich dir nämlich verschiedene Tools vor, mit denen du sowohl sehr schnell einen Überblick über deinen Markt bekommst, als auch Tools, mit denen du sehr einfach einen sehr tiefen Einblick in deinen Markt bekommst.
Trage unten Monatsmiete, zusätzliche Objekteinnahmen und dein Ziel ein. Der Preis wird auf volle Euro gerundet. Erwerbsnebenkosten, Startarbeiten, Ausfall, laufende Kosten und Finanzierung musst du anschließend ergänzen. Aus dem Rechenpreis folgt weder, dass der Verkäufer ihn akzeptiert, noch dass das Objekt diesen Marktwert hat.
Miete ohne Betriebskostenvorauszahlungen. Hast du eine Jahresnettokaltmiete, teile sie vor der Eingabe durch zwölf.
Mietvertrag oder Mietaufstellung. Eine Zielmiete ist eine eigene Annahme und wird nicht auf Erzielbarkeit geprüft.
Zusätzliche laufende Einnahmen, etwa separat vereinbarte Stellplatzmiete, sofern sie noch nicht in der Nettokaltmiete stehen. Keine Betriebskostenvorauszahlungen. Ohne weitere Einnahmen: 0.
Mietaufstellung desselben Objekts; monatliche Werte verwenden und keinen Betrag doppelt zählen.
Dein Rechenziel vor Kosten und Finanzierung. Die voreingestellten 6 % sind nur ein Beispiel. Ein höheres Ziel ergibt bei gleichen Einnahmen einen niedrigeren Preis.
Eigene Szenarioannahme; kein amtlicher Zinssatz und keine Aussage über eine passende Marktrendite.
- Der Grenzpreis beantwortet nur, welcher reine Kaufpreis zu deinen Einnahmen und deinem persönlichen Ziel passt. Kaufnebenkosten und Startarbeiten fehlen.
- Die 6 % und alle weiteren Startwerte sind Rechenbeispiele. Dein Ziel ist kein Liegenschaftszinssatz; der Faktor ist kein amtlicher Vergleichs- oder Ertragsfaktor.
- Rechne ein zweites Szenario mit einer vorsichtigeren, belegbaren Miete. So siehst du, wie stark der Preis von deiner Einnahmenannahme abhängt.
- Vergleiche den ausgegebenen Kaufpreis selbst mit dem Inserat. Der Rechner hat kein Angebotspreisfeld und berechnet keinen prozentualen Verhandlungsabstand.
- Prüfe danach Erwerbsnebenkosten, laufende Kosten und Finanzierung. Aus dem Rechenpreis folgen weder Marktwert noch Kaufempfehlung.
Den Grenzpreis mit der Finanzierung abgleichen
Ein Renditeziel allein zeigt noch nicht deinen monatlichen Spielraum. Das kostenpflichtige Immobilien-Kalkulationstool für Excel verbindet Kaufannahmen, Kosten und Finanzierung. Varianten und Umfang stehen auf der Produktseite; deine Werte überträgst du selbst.
Extras
Tools
30-Sekunden-Zusammenfassung
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Jahreseinnahmen = zwölfmal Nettokaltmiete und weitere monatliche Einnahmen; auf volle Euro gerundet.
- Grenzpreis = gerundete Jahreseinnahmen × 100 ÷ dein persönliches Bruttorenditeziel; auf volle Euro gerundet.
- Der angezeigte Faktor wird separat auf zwei Nachkommastellen gerundet. Der Grenzpreis wird direkt aus dem Ziel berechnet, nicht aus diesem gerundeten Faktor.
- Kosten, Leerstand, Finanzierung und Steuern fehlen. Dein Zielwert ist keine Empfehlung.
Einordnung & Quellen
Einordnung & Quellen
Stand: 2026-10-20
Quellen
Annahmen
- Nettokaltmiete, sonstige Einnahmen und Bruttorenditeziel sind persönliche Eingaben; es wird keine Marktrendite behauptet.
- Das persönliche Bruttorenditeziel ist kein aus geeigneten Kaufpreisen und Reinerträgen abgeleiteter Liegenschaftszinssatz nach § 21 ImmoWertV.
- Der einfache Rechenfaktor ist kein aus geeigneten Kaufpreisen und marktüblich erzielbaren jährlichen Erträgen abgeleiteter Vergleichs- oder Ertragsfaktor nach § 20 ImmoWertV.
- Der einfache Rechenfaktor ersetzt weder ein normgerechtes Wertermittlungsverfahren noch eine objektspezifische Prüfung.
- Dein Renditeziel muss mindestens 0,1 % betragen. Bei 0 % lässt sich der Grenzpreis nicht berechnen; negative Ziele sind hier nicht vorgesehen.
Wertermittlung nach deinen eigenen Kriterien

Der Wert einer Immobilie liegt immer im Auge des Käufers. Es gibt somit nicht den richtigen Wert einer Immobilie.
Du bist daher frei, dir komplett eigene Kriterien für den Kauf und die Wertermittlung einer Immobilie zu definieren.
Ich persönlich bin ein großer Fan davon, auf den Cashflow einer Immobilie zu schauen.
So habe ich für mich etwa die Bedingung, dass bei meiner Standard-Finanzierung eine Immobilie, die ich in München kaufe, jeden Monat, nach Zins und Tilgung und sämtlichen Kosten, einen positiven Cashflow abwerfen muss.
Der maximale Kaufpreis, den ich so für mich ermittele, ist sicher unterschiedlich von dem Kaufpreis, den ein anderer Interessent für genau dasselbe Objekt zahlen würde. Für mich ist die Immobilie jedoch uninteressant, wenn der Cashflow negativ wird. Die Immobilie für mich somit genau so viel Wert, wie ich maximal zahlen kann, damit diese Regel erfüllt wird.
Diesen Artikel gibt’s auch als Kurzvideo auf dem Immoprentice YouTube-Kanal:
Wenn du mehr zum Thema Cashflow, und warum dieser Wert gerade für dich als Immobilien-Investor wichtig ist, erfahren möchtest, solltest du dir auch den Artikel “Warum der Cashflow bei Immobilien so wichtig ist” durchlesen.
Fazit
Du siehst, es gibt sehr viele Möglichkeiten, um den Wert einer Immobilie zu berechnen.
Ich hoffe, in diesem Artikel konnte ich dir einige davon näherbringen.
Zur Erinnerung hier noch einmal eine Übersicht über die verschiedenen Methoden ihre Anwendungsbereiche sowie Vor- und Nachteile:
| Bewertungsmethode | Anwendung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Ertragswertverfahren | Mietobjekte | Berücksichtigt Ertragspotenzial | Komplexe Berechnung, benötigt viele Daten |
| Vergleichswertverfahren | Eigentumswohnungen | Einfach, nutzt Marktpreise ähnlicher Objekte | Benötigt viele Vergleichsobjekte, selten genau vergleichbar |
| Kaufpreisfaktor | Schnelle Einschätzung | Schnell und einfach | Vereinfachtes Modell, berücksichtigt nicht alle Faktoren |
| Eigene Kriterien (z. B. Cashflow) | Individuelle Bewertung | Maßgeschneidert auf persönliche Ziele | Subjektiv, möglicherweise nicht marktgerecht |
Wichtig ist jedoch, zu verstehen, dass es nicht den richtigen Weg gibt, sondern dass du dir selbst überlegen musst, wie du Immobilien für dich bewerten möchtest.
Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es hilft, mehrere Objekte zu Übungszwecken nach den verschiedenen Methoden zu bewerten. Auch wenn es kompliziert ist: Mir hat diese Übung sehr geholfen, ein besseres Gefühl für den Wert von Immobilien zu bekommen.

Sollte am Ende etwa der Wert, den du für eine Wohnung, nach deinen Maßstäben, an deinem Standort vergeben würdest, sowohl deutlich unter dem Verkaufswert vergleichbarer Wohnungen, als auch deutlich unter vom Wert der Wohnung nach dem Ertragswertverfahren liegen, wirst du es vermutlich schwer haben an diesem Standort Immobilien zu finden und zu kaufen.
Andersherum: Würdest du mit deiner Bewertung für eine Wohnung einen deutlich höheren Kaufpreis zahlen, als die Wohnung nach dem Ertragswertverfahren wert ist? Vermutlich bewertest du die Immobilie dann mit deinem Framework etwas zu positiv. Eine Anpassung kann dich hier vor teuren Fehlkäufen schützen.
Hinweis: Achte bei der Bewertung von Immobilien auch auf die “weichen” Faktoren, wie die Lage und die Vermietbarkeit. Mehr dazu in den Artikeln “Die 9 wichtigsten Eigenschaften für eine Immobilie als Kapitalanlage” und “Worauf muss ich bei der Mikrolage achten?“.
Und zu guter Letzt: du suchst einen allgemeinen Überblick darüber, welche Faktoren eigentlich einen Einfluss auf den Wert einer Immobilie haben? Dann schaue dir auch einmal den Artikel “Welche Faktoren beeinflussen den Wert einer Immobilie?” hier auf dem Blog an.







