Was ist Hausgeld?

Was ist Hausgeld?

Beim Lesen von Immobilien Inseraten hast du sicherlich schon häufiger den Begriff Hausgeld gelesen. Und vielleicht bist du dir nicht sicher, was eigentlich Hausgeld genau ist, was im Hausgeld alles enthalten ist und was Hausgeld für dich als Immobilien Investor genau bedeutet. In diesem Artikel möchte ich dir daher die Frage beantworten „Was ist Hausgeld?“

Hausgeld bezeichnet die monatlichen Vorschüsse die du, als Eigentümer einer Wohnung in einer Eigentümergemeinschaft, an die Hausverwaltung zahlen musst. Diese Zahlung müssen alle Eigentümer leisten. Die Hausverwaltung nutzt dieses Geld um die anfallenden Kosten für das Gemeinschaftseigentum und die laufenden Verpflichtungen der Hausgemeinschaft zu bezahlen.

Hausgeld bezeichnet die monatlichen Vorschüsse die du als Eigentümer einer Wohnung in einer Eigentümergemeinschaft an die Hausverwaltung zahlen musst
Hausgeld: Eine Zahlung aller Eigentümer in einer Eigentümergemeinschaft, damit ihr eure Immobilie gut verwalten könnt.

Das Hausgeld ist also eine Art Nebenkosten-Vorauszahlung für die Eigentümer. Die Höhe des Hausgeld hängt von vielen Faktoren ab, aber verglichen mit einer ähnlichen Mietwohnung, kannst du davon ausgehen, dass das Hausgeld für dich als Eigentümer ca. 30% höher liegen wird als die Nebenkosten-Vorauszahlung als Mieter. Hieraus ergibt sich auch schon der für dich als Immobilien Investor wichtigste Punkt: Du kannst zwar einen Teil, nicht aber das gesamte Hausgeld, als Betriebskosten auf den Mieter umlegen. Einen bestimmten Teil des Hausgeld musst du selbst tragen.

Warum muss ich Hausgeld zahlen?

Das wichtigste vorweg: Hausgeld musst du nur zahlen wenn du dir eine Eigentumswohnung in einer größeren Eigentümergemeinschaft kaufst. Kaufst du ein Einfamilienhaus, fällt keine monatliche Hausgeld-Zahlung an.

Die gesetzliche Grundlage für das Hausgeld ist in § 16 Abs. 2 des Wohnungseigentumsgesetzes festgelegt. (Quelle: Screenshot von § 16 WEG von dejure.org)
Die gesetzliche Grundlage für das Hausgeld ist in § 16 Abs. 2 des Wohnungseigentumsgesetzes festgelegt. (Quelle: Screenshot von § 16 WEG von dejure.org)

Der Umstand, dass deine Wohnung Teil eins haben Hause ist, ist auch der Grund warum du Hausgeld zahlen musst. Es fallen ja nicht nur Kosten für deine Wohnung, sondern auch für die Verwaltung und Reparatur des gesamten Hauses an. Als Eigentümer bist du, mit den anderen Eigentümern, dazu verpflichtet, das Haus in dem eure Wohnungen sind ordentlich zu verwalten.

Stellt ihr als Gemeinschaft zum Beispiel einen Gärtner ein der euren Garten pflegt, müsst ihr diese Dienstleistung bezahlen. Damit nun nicht jeder einzeln seinen Teil an den Gärtner zahlen muss, gibt es eine Hausverwaltung, die sich zentral um solche Dinge kümmert. Und als Eigentümer müsst ihr der Hausverwaltung die nötigen Gelder zur Verfügung stellen, sodass diese ihre Arbeit machen kann und alle Rechnungen bezahlen kann.

Was ist bei meiner Eigentumswohnung im Hausgeld enthalten?

Das von den Eigentümern monatlich zu zahlende Hausgeld besteht aus fünf großen Blöcken:

Betriebskosten

Dies sind die Kosten für den regelmäßigen Betrieb der Immobilie. Hierunter fallen Dinge wie Müllentsorgung, Wasserversorgung, die Pflege des Treppenhauses oder auch der Gärtner.

Heizkosten

Wird deine Wohnung über eine Zentralheizung beheizt, sind die Heizkosten im Hausgeld enthalten.
Wird deine Wohnung über eine Zentralheizung beheizt, sind die Heizkosten im Hausgeld enthalten.

Wenn ihr eure Wohnungen im Haus über eine Zentralheizung versorgt, werden die Kosten von der Hausverwaltung erst einmal zentral verwaltet und über das Hausgeld eingesammelt. Aber keine Angst die Hausverwaltung schlüsselt bei diesem Punkt die Kosten für jede Wohnung einzeln auf, sodass ihr in eurer Hausgeldvorauszahlung nur eure Kostüme tragen müsst.

Sollte eure Wohnung keine Zentralheizung, sondern Etagenheizungen, wie zum Beispiel eine Gasetagenheizung haben, Rechner ihr selbst meist direkt mit dem Versorger ab. Der Punkt „Heizkosten“ beim Hausgeld wäre dann null Euro.

Verwaltungskosten

Dies sind die Kosten welche durch Verwaltung der gesamten Wohnanlage entstehen. Einerseits fallen bei einer Eigentümergemeinschaft regelmäßig operative Kosten an (Eigentümerversammlung, Hausgeld-Abrechnungen), andererseits verlangt auch die von den Eigentümern beauftragte Verwaltung Geld für ihre Dienste. Was die Aufgaben der Hausverwaltung sind und warum eine gute Hausverwaltung für dich als Investor ein wichtiger Partner ist, kannst du im Artikel „Woran erkenne ich ein gut verwaltetes Mehrfamilienhaus?“ nachlesen.

Laufende Instandhaltungskosten

Bei großen Wohneinheiten geht regelmäßig etwas kaputt und muss ersetzt oder repariert werden. Dies fängt bei einer defekten Glühbirne im Hausflur oder einer verklemmten Tür im Keller an und endet bei einem Wasserrohrbruch oder einem Sturmschaden. All diese Dinge müssen schnell und unbürokratisch repariert werden. Darum, dass das passiert kümmert sich die Hausverwaltung. Bezahlen müssen die Reparaturen aber die Eigentümer.

Ansparung für Instandhaltungsrücklage

Deine Hausverwaltung ist im Rahmen von 21 Abs. 5 Ziff. 4 WEG sogar die nötigen Instandhaltungsrücklagen für die Immobilie zu bilden.
Deine Hausverwaltung ist im Rahmen von 21 Abs. 5 Ziff. 4 WEG sogar die nötigen Instandhaltungsrücklagen für die Immobilie zu bilden. (Quelle: Screenshot von § 21 WEG von dejure.org)

Damit die Hausverwaltung die Reparaturen die regelmäßig nötig sind durchführen kann, müssen alle Eigentümer Geld für eine Instandhaltungsrücklage ansparen. Diese wird von der Hausverwaltung genutzt, um kleine regelmäßige Reparaturen durchzuführen. Ab und an sind aber auch größere Anschaffungen nötig, wie zum Beispiel eine neue Heizungsanlage, die Sanierung der Tiefgarage oder eine Wärmedämmung der Fassade. Deine Hausgeldzahlungen für die Instandhaltungsrücklage werden daher meist höher sein als die tatsächlichen Ausgaben der Hausverwaltung für Instandhaltung.

Als Eigentümergemeinschaft müsst ihr Geld für Instandhaltungsarbeiten an eurer Anlage ansparen. Diese sind ebenfalls bereits im Hausgeld enthalten.
Als Eigentümergemeinschaft müsst ihr Geld für Instandhaltungsarbeiten an eurer Anlage ansparen. Diese sind ebenfalls bereits im Hausgeld enthalten.

Auch wenn das Geld aktuell scheinbar nicht benötigt wird und du gerne weniger Instandhaltungsrücklage zahlen würdest, wirst du um diesen Posten nicht herum kommen. Nicht nur, dass eine Instandhaltungsrücklage sehr sinnvoll ist, die Hausverwaltung ist sogar gesetzlich dazu verpflichtet die nötigen Instandhaltungsrücklagen für eure Immobilie zu bilden.

Wovon hängt die Höhe des Hausgeld ab?

Die Höhe des Hausgeld hängt primär vom Alter und der Ausstattung der Immobilie ab. Ein Aufzug oder ein Schwimmbad sind zum Beispiel Einrichtungen die das Hausgeld einer Immobilie aufgrund der Wartungskosten für diese Installationen erhöhen.

Auch das Alter der Immobilie hat einen großen Einfluss auf die Höhe des Hausgeldes. Kaufst du einen Neubau, musst du in den ersten Jahren kaum Reparaturen durchführen. Die nötige Instandhaltungsrücklage ist daher sehr niedrig, was du an den Hausgeldzahlungen merken wirst. Ist die Immobilie die du kaufst hingegen sehr alt, müssen du und die anderen Eigentümer mehr und mehr Geld in die Hand nehmen um die Immobilie regelmäßig zu reparieren und zu sanieren.

Ein dritter Punkt der das Hausgeld in die Höhe treiben kann ist der Typ der Immobilie beziehungsweise der Eigentümer. Bei einer luxuriösen Immobilie geht zwar nicht mehr kaputt als bei einer normalen Immobilie, aber wenn die Eigentümer eine schöne Immobilie haben wollen, werdet Ihr auch im Gemeinschaftseigentum eher hochwertige, und damit teure Materialien verbauen.

Laut Hausgeld-Kostenspiegel lag das Hausgeld 2006 in Deutschland im Mittel bei 2,60 € pro m² pro Monat. Teure Wohnungen hatten in 2006 ein Hausgeld von mehr als 4,50 € € pro m² pro Monat.

Wird Hausgeld monatlich oder jährlich bezahlt?

Das Hausgeld musst du monatlich bezahlen. Die Höhe wird jedoch einmal pro Jahr auf der Eigentümerversammlung festgelegt.

Kann Hausgeld auf die Mieter umgelegt werden?

Wenn du es mit deinem Mieter vereinbart hast, kannst du einen Teil des Hausgeldes auf deinen Mieter umlegen.
Wenn du es mit deinem Mieter vereinbart hast, kannst du einen Teil des Hausgeldes auf deinen Mieter umlegen.

Ja und nein. Ein gewisser Teil des Hausgeld kann auf den Mieter umgelegt werden. Welche Kosten du umlegen kannst ist in der Betriebskostenverordnung (BetrKV) geregelt. Dort sind 17 verschiedene Kostenarten aufgelistet die du über die Betriebskosten umlegen kannst.

Alle weiteren Bestandteile des Hausgeld welche nicht in dieser Aufzählung aufgeführt sind sind nicht umlagefähig. Insbesondere Reparaturen, die Kosten für die Bildung der Instandhaltungsrücklage und die Kosten für die Hausverwaltung selbst musst du als Vermieter selbst tragen.

Zerlegen wir das Hausgeld im Sinne einzelnen Komponenten, sind die einzelnen Komponenten wie folgt umlagefähig:

Hausgeld TypUmlagefähig
Betriebskostenja
Heizkostenja
Verwaltungskostennein
Laufende Instandhaltungskostennein
Ansparung für Instandhaltungsrücklagenein

Ist Hausgeld das gleiche wie Nebenkosten?

Hausgeld und die Nebenkosten sind unterschiedliche Dinge. Nebenkosten sind etwas, was du als Mieter an deinen Vermieter zahlst. Hausgeld ist hingegen etwas was du als Eigentümer zahlen musst, um dein Eigentum zu bewirtschaften. Die Nebenkosten die der Mieter zahlt sind ein Teil vom Hausgeld, nämlich der umlagefähige Teil.

Ein grundsätzlicher Unterschied in der Abrechnung von Hausgeld bzw. Nebenkosten ergibt sich aus den Besitzverhältnissen. So versteht man unter Hausgeld diejenigen laufenden Kosten, die in einer Wohnungseigentümergemeinschaft anfallen. Die Eigentümer zahlen das Hausgeld an die Hausverwaltung.

Kann man das Hausgeld von der Steuer absetzen?

Da es sich um Betriebsausgaben handelt, kannst du, als Immobilien-Investor der seine Wohnung vermietet, das Hausgeld fast vollständig von der Steuer absetzen. Alle Teile die du selbst trägst und die im Wirtschaftsjahr wirklich ausgegeben wurden kannst du steuerlich absetzen. Hierbei ist es wichtig, dass das Geld wirklich ausgegeben wurde. So kannst du die Instandhaltungsrücklage steuerlich nicht absetzen, da es sich nicht um Ausgeben handelt, sondern du nur Geld angespart hast.

Zwar hast du das Geld an die Hausverwaltung überwiesen, aber diese hat es rein rechnerisch auf ein persönliches Rücklagenkonto von dir innerhalb der Wohneigentümergemeinschaft getan. Erst wenn ihr die angesparte Instandhaltungsrücklage wirklich verwendet um Dinge zu reparieren oder zu sanieren kannst du diesen Teil steuerlich absetzen.

Zur Verdeutlichung noch einmal eine Übersicht über die Teile des Hausgeld die du steuerlich absetzen kannst:

Hausgeld TypSteuerlich Absetzbar
Betriebskostenja
Heizkostenja
Verwaltungskostenja
Laufende Instandhaltungskostenja
Ansparung für Instandhaltungsrücklagenein

Legst du die Umlagefähigen Betriebskosten auf deinen Mieter um, hast du an dieser Stelle natürlich netto keine Ausgeben mehr die du Steuerlich absetzen kannst, sondern es handelt sich, für dich als Vermieter, um einen durchlaufenden Posten.

Was ist eine Hausgeldabrechnung?

Die Hausgeldabrechnung ist die Abrechnung aller Einnahmen und Ausgaben der Eigentümergemeinschaft aus dem vergangenen Wirtschaftsjahr. Sie wird meist zum Ende des Kalenderjahres von der Hausverwaltung erstellt. 

In der Hausgeldabrechnung findest du alle angefallenen Kosten inklusive deines Anteils gemäß Verteilerschlüssel. Die Hausgeldabrechnung führt somit genau auf, welche Kosten welche Wohnung zuzuordnen sind. Abhängig davon wie viel Kosten für dich angefallen sind und wie hoch deine Hausgeldvorauszahlung war,  ergibt sich für dich ein Überschuss oder eine Nachzahlung. 

Zusätzlich enthält die Hausgeldabrechnung die Entwicklung der Instandhaltungsrücklage. Aus der Abrechnung kannst du sehen welche Einzahlungen für die Instandhaltungsrücklage getätigt wurden, welche Entnahmen gemacht wurden und wie der aktuelle Stand der Instandhaltungsrücklage ist. 

Was sind die nicht umlagefähigen Kosten?

Das Hausgeld ist in umlagefähige und nicht umlagefähige Kosten unterteilt. Bei der jährlichen Abrechnung übernimmt die Hausverwaltung für dich bereits diese Unterteilung, sodass die Nebenkostenabrechnung für dich möglichst einfach wird. Die nicht umlagefähigen Kosten sind jene Betriebskosten die bei der Bewirtschaftung der Immobilie entstehen, die du aber nicht auf den Mieter im Zuge der Betriebskostenabrechnung umlegen kannst. Sie sind sozusagen mit der Miete bereits abgegolten.

Einige Beispiele für nicht umlagefähige Betriebskosten sind die Kosten für die Hausverwaltung, Kosten für die Instandhaltung oder Abschreibungen und die Bildung von Rücklagen.

In meinem Artikel “Wie hoch sind die nicht umlagefähigen Nebenkosten bei einer Eigentumswohnung?” gehe ich detaillierter auf die nicht umlagefähigen Nebenkosten ein, und gebe dir Tools mit denen du aus der Höhe des Hausgeld die Höhe der nicht umlagefähigen Nebenkosten berechnen kannst.

Wie wird die Höhe des Hausgeld festgelegt?

Die Höhe des Hausgeld wird von der Verwaltung und den Eigentümern auf der jährlichen Eigentümerversammlung festgelegt. Aus der Erfahrung der letzten Jahre wird von der Hausverwaltung ein Wirtschaftsplan für die gesamte Immobilie für das kommende Jahr vorgestellt, welcher dann von den Eigentümern beschlossen wird.

Die konkrete Höhe deines Beitrags zum Hausgeld hängt davon ab, wie viele Miteigentumsanteile du besitzt. Sieht der Wirtschaftsplan vor, dass die Gemeinschaft im kommenden Jahr 200.000€ zahlt und du besitzt 14/1000 Miteigentumsanteilen, musst du in Summe 2.800€ zahlen.

Höhe Hausgeld200.000 €
Miteigentumsanteil14/1000
Dein Anteil2.800 €
Dein Hausgeld pro Monat233 €

Die Anzahl deiner Miteigentumsanteile ergibt sich in der Regel aus der Größe deiner Wohnung. Je mehr Miteigentumsanteile du besitzt, desto mehr Stimmen hast du auf der Eigentümerversammlung, aber desto mehr musst du dich auch bei den Kosten beteiligen.

Wie hoch ist das Hausgeld?

Das Hausgeld ist vom Alter der Größe, dem Zustand und der Ausstattung der Immobilie abhängig. Gemeinschaftseinrichtungen wie ein Schwimmbad oder ein Fahrstuhl sind im Unterhalt teuer und schlagen sich in einem höheren Hasugeld nieder. Laut Hausgeld-Kostenspiegel lag es 2006 in Deutschland im Mittel bei 2,60 € pro m² pro Monat (Wikipedia). Da diese Zahlen sehr alt sind liegt das durchschnittliche Hausgeld inzwischen deutlich höher. Heute musst du im Schnitt eher mit 3,5€ – 4€ pro m² rechnen (Immonet).

Hausgeld Rechner

Mit dem Immoprentice 5 Sekunden Hausgeld Rechner kannst du dir für eine Wohnung schnell ein ungefähres Bild über die Höhe des fälligen Hausgeld machen. Gib’ die Größe der Wohnung ein, und der Rechner berechnet dir einen ersten Groben Wert für die Höhe des Hausgeld mit der du rechnen solltest. Zusätzlich zeigt der Rechner dir auch wie viel von diesem Hausgeld ungefähr nicht umlagefähig sein werden.

 

Beachte, dass gerade die Instandhaltungsrücklage für das Gemeinschaftseigentum einen sehr großen Einfluss auf die Höhe des Hausgeld hat, weswegen der Hausgeld Rechner nur eine grobe erste Schätzung liefern kann. Um mehr über die vermutliche Höhe der Instandhaltungsrücklage zu erfahren, solltest du meinen Artikel “Was ist die richtige Höhe der Instandhaltungsrücklage für meine Eigentumswohnung?” lesen.

Wie hoch ist der Anteil der nicht umlagefähigen Kosten am Hausgeld?

Der Anteil der nicht umlagefähigen Kosten am Hausgeld ist von Wohnung zu Wohnung unterschiedlich, beträgt aber im Schnitt oft um die 40%. Für mehr Informationen zu den nicht umlagefähigen Kosten die auf dich als Vermieter zukommen, solltest du auch meinen Artikel “Wie hoch sind die nicht umlagefähigen Nebenkosten bei einer Eigentumswohnung?” hier auf Immoprentice lesen.

Wer zahlt das Hausgeld, Mieter oder Vermieter?

Das Hausgeld zahlst erst einmal du als Vermieter. Einen gewissen Teil des Hausgeld kannst du jedoch über die Nebenkosten auf deinen Mieter umlegen und ihn somit an den Kosten beteiligen. Welche Teile des Hausgeld du umlegen kannst, ist in der Betriebskostenverordnung geregelt. Den aktuellen Stand der Betriebskostenverordnung kannst du unter gesetze-im-internet.de einsehen.

Was ist eine Sonderumlage?

Eine Sonderumlage wird von der Eigentümergemeinschaft auf der Eigentümerversammlung beschlossen, wenn ein ungewöhnlicher Finanzbedarf gedeckt werden muss. Klassische Beispiele für Sonderumlagen sind größere, demnächst nötige, Sanierungsmaßnahmen (Leitungen, Dach, Tiefgarage). Reicht das bis dahin angesparte Geld in der Instandhaltungsrücklage nicht aus, muss der fehlende Betrag über eine oder mehrere Sonderumlagen angespart werden. 

Kann ich eine Sonderumlage auf den Mieter umlegen?

Nein, eine Sonderumlage kannst du nicht auf deinen Mieter umlegen. 

Was passiert wenn ein Eigentümer sein Hausgeld nicht zahlt?

Als Eigentümergemeinschaft müsst ihr eure externen Verbindlichkeiten bedienen. Zahlt einer der Eigentümer das Hausgeld nicht, müssen die anderen Eigentümer einspringen.
Als Eigentümergemeinschaft müsst ihr eure externen Verbindlichkeiten bedienen. Zahlt einer der Eigentümer das Hausgeld nicht, müssen die anderen Eigentümer einspringen.

Wenn einer der Eigentümer sein Hausgeld nicht mehr zahlt, muss der Verwalter schnell handeln, da die Verbindlichkeiten der Eigentümergemeinschaft weiterhin bestehen, unabhängig davon, ob sie genug Geld hat diese zu begleichen. Fehlt es an Geld um bestimmte Kosten zu decken, kann der Verwalter das Geld von den anderen Miteigentümern einfordern. (§ 10 Abs. 8 Wohnungseigentumsgesetz (WEG)). Sollte ein Eigentümer dauerhaft sein Hausgeld nicht zahlen, kann die WEG rechtlich gegen ihn vorgehen. Im schlimmsten Fall kann bei Nichtzahlung des Hausgeld die Wohneigentümergemeinschaft dem säumigen Miteigentümer das Eigentum an seiner Wohnung entziehen. (18 WEG.)

Sind mit dem Hausgeld alle meine regelmäßigen Kosten gedeckt?

Mit dem Hausgeld sind zwar ein Großteil deiner regelmäßigen Kosten als Wohnungseigentümer abgedeckt, aber es gibt noch weitere regelmäßige Kosten die anfallen, die aber nicht über das Hausgeld abgedeckt sind und die du selbst zahlen musst. Die wichtigsten drei sind die Grundsteuer, Instandhaltungen an deiner eigenen Wohnung und Stromkosten für deine Wohnung.

Grundsteuer

Es wäre zwar naheliegend, dass die Hausverwaltung auch die Grundsteuer für alle Eigentümer zentral abführt, dies ist aber nicht der Fall. Die Grundsteuer, wird daher nicht über das Hausgeld gezahlt, sondern du musst sie separat an das Finanzamt anfügen, und sie taucht nicht im Hausgeld auf.

Instandhaltungen deiner Wohnung

Da das Hausgeld nur die Kosten für die Gemeinschaft und das Gemeinschaftseigentum abdeckt, sind Kosten die in deinem Sondereigentum anfallen ebenfalls nicht im Hausgeld enthalten. Insbesondere sind also sämtliche Instandhaltungskosten für den Sondereigentum nicht im Hausgeld enthalten. Um ein Gefühl dafür zu bekommen welche Kosten hier zusätzlich auf dich zukommen, solltest dir meinen Artikel „Was ist die richtige Höhe der Instandhaltungsrücklage für meine Eigentumswohnung?“ ansehen. Willst du generell mehr über den Unterschied zwischen Gemeinschaftseigentum und Sondereigentum erfahren und wissen was Sondereigentum und was Gemeinschaftseigentum ist, empfehle ich dir meinen Artikel „Was ist der Unterschied zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum?“ hier auf Immoprentice.

Stromkosten

Im Hausgeld ist zwar ein Punkt „Stromkosten“ enthalten, jedoch beziehen sich die Kosten hier nur auf den Strom der innerhalb des Gemeinschaftseigentum verbraucht wird. Also zum Beispiel der Strom für die Treppenhausbeleuchtung oder den Strom für einen Waschraum. Für den  Strom in deiner Wohnung musst du, wie auch als Mieter, selbst einen Vertrag mit einem Versorger abschließen. Für dich als Investor bedeutet das, dass du mit dem Strom in deiner vermieteten Wohnung keine Berührungspunkte haben wirst und diese Kosten in deiner Berechnung ignorieren kannst.

Fazit

Hausgeld ist für dich als Investor eine wichtige Komponente in deiner Rendite-Berechnung. Zwar musst du die umlagefähigen Betriebskosten nicht selbst tragen, aber eine Wohnung mit sehr hohen Nebenkosten ist schwerer zu vermieten als eine Wohnung mit niedrigen Nebenkosten, da dein Mieter für sich immer mit der Warmmiete rechnet um verschiedene Mietangebote am Markt zu vergleichen. Auch zu hohe nicht umlagefähige Betriebskosten können deine Rechnung schnell negativ werden lassen, da du diese aus der Nettokaltmiete bezahlen musst.

Bevor du eine Immobilie kaufst, solltest du daher die Hausgeldabrechnungen und die Wirtschaftspläne der letzten Jahre studieren und untersuchen wie hoch die Kosten und der Cashflow der Immobilie am Ende wirklich sein werden um keine ungewollten Überraschungen zu erleben.

Hilfreich für deine Freunde? Erzähl' ihnen von diesem Artikel!

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.